Psinthos

Psinthos ist ein ruhiges Bergdorf im Norden des Inselinneren von Rhodos, rund 28 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt. Bekannt ist es für seinen großen Dorfplatz, die Fasouli-Quelle unter alten Platanen und seine Grilltavernen. Hier fand 1912 die letzte Schlacht zwischen Italienern und Osmanen statt, und das Tal der Schmetterlinge liegt ganz in der Nähe.

LageInselinneres im Norden, landeinwärts von Faliraki und Kalithies, auf ca. 280 m Höhe
Entfernungca. 28 km bis Rhodos-Stadt
Einwohner729 (Volkszählung 2021)
VerwaltungGemeindebezirk Kallithea der Gemeinde Rhodos
Bekannt fürDorfplatz, Fasouli-Quelle, Platanen, Grilltavernen, Honig, Schlacht von 1912
In der NäheTal der Schmetterlinge, Kloster Kalopetra, Archipolis

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Was macht Psinthos besonders?

Psinthos ist eines der ursprünglichsten Dörfer im Norden von Rhodos: ein grünes Bergdorf mit Quellen und Platanen, in dem Landwirtschaft und Viehzucht bis heute den Alltag bestimmen. Viele Besucher kommen auf dem Weg ins Tal der Schmetterlinge vorbei und bleiben zum Essen.

Das Dorf liegt auf rund 280 Metern Höhe in einem kleinen Tal, durch das ein Bach fließt. Anders als die trockenen Hänge ringsum ist die Umgebung dank der Quellen auffallend grün. Große, alte Platanen säumen den Wasserlauf und spenden auch im Hochsommer Schatten. Bei der Volkszählung 2021 hatte Psinthos 729 ständige Einwohner. Im Sommer, wenn Ausflügler und Rückkehrer aus der Stadt kommen, wird es merklich lebhafter, außerhalb der Saison geht es sehr ruhig zu.

Der Name ist alt. Historiker und Archäologen führen ihn auf Sibynthos zurück, den Namen einer antiken Gemeinde, die zum Stadtstaat Lindos gehörte. Antike Gräber in der Umgebung stützen diese Deutung. Eine volkstümliche Erklärung leitet den Namen dagegen vom Wermut ab, griechisch Apsithia, der hier früher häufig wuchs. Hinter dem Kirchhof erinnert ein kleiner Mauerrest an eine mittelalterliche Burg, die vermutlich aus der Zeit vor der osmanischen Eroberung stammt und das fruchtbare Ackerland schützen sollte.

Wer Psinthos besucht, erlebt ein Stück ländliches Rhodos ohne Hotelanlagen und Strandtrubel. Gerade für einen Halbtagesausflug von der Ostküste aus ist das Dorf eine angenehme Abwechslung zu den belebten Badeorten.

Was geschah 1912 in Psinthos?

Bei Psinthos endete im Mai 1912 die italienische Eroberung von Rhodos. Nach der Landung in der Bucht von Kalithea am 4. Mai zogen sich die osmanischen Truppen ins Inselinnere zurück und wurden hier Mitte Mai in der letzten Schlacht des Feldzugs geschlagen. Kurz darauf kapitulierten sie.

Die Kämpfe gehörten zum Italienisch-Türkischen Krieg von 1911 und 1912, in dem Italien zunächst Libyen und dann die Inseln des Dodekanes besetzte. Die italienischen Truppen schlossen die osmanische Stellung bei Psinthos von mehreren Seiten ein, die Gefechte dauerten nach den Berichten mehrere Stunden. Die genauen Daten und Verlustzahlen werden in griechischen und internationalen Quellen etwas unterschiedlich angegeben. Einig sind sich alle darin, dass mit der Kapitulation die rund 390 Jahre währende osmanische Herrschaft über Rhodos endete, die 1522 mit der Vertreibung der Johanniter begonnen hatte.

Auch danach blieb Psinthos mit der italienischen Zeit verbunden: Nach örtlicher Überlieferung lagerten während der Besatzung Tausende Soldaten im Dorf, und der große Platz diente als ihr Sammelplatz. Rhodos blieb danach gut drei Jahrzehnte italienisch, erst nach dem Zweiten Weltkrieg und einer britischen Übergangsverwaltung kam die Insel 1948 zu Griechenland. Mehr über diese Epoche erfahren Sie in unserem Überblick zur Geschichte von Rhodos.

Was gibt es in Psinthos zu sehen?

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind der weitläufige Dorfplatz mit alten Olivenbäumen, die Marienkirche, ein osmanischer Brunnen und die Fasouli-Quelle mit ihrem kleinen Teich. In der Umgebung liegen außerdem zwei byzantinische Klöster.

Der Dorfplatz zählt zu den größten im ganzen Dodekanes. Geschmückt ist er nur mit einigen sehr alten Olivenbäumen, rundherum reihen sich Grillhäuser und Kafenia. Am anderen Ende des Platzes steht ein Brunnen aus osmanischer Zeit. Die Pfarrkirche am Platz ist der Gottesmutter geweiht, ihr schlanker weißer Glockenturm prägt das Ortsbild. Am 8. September, dem Fest Mariä Geburt, feiert das Dorf sein Kirchweihfest mit Essen, Musik und Tanz.

Etwas unterhalb des Platzes entspringt die Fasouli-Quelle, die größte des Dorfes. Ihr Wasser gilt als besonders wohlschmeckend. Vor der Quelle hat sich ein kleiner See gebildet, in dem Enten schwimmen und der Gizani lebt, ein kleiner Süßwasserfisch, der nur auf Rhodos vorkommt und als stark gefährdet gilt. Eine zweite Quelle, Kamari, liegt ebenfalls im Ortsbereich.

Außerhalb des Dorfes, an der Straße Richtung Archipolis, liegen die byzantinischen Klöster Agia Triada, im Volksmund Matiko genannt, und Parmeni. Am Kloster Agia Triada findet nach Ostern alljährlich ein großes Fest statt. Oberhalb des Dorfes thront an der Straße zum Tal der Schmetterlinge zudem das Kloster Kalopetra mit weitem Blick über den Norden der Insel.

Wo isst man in Psinthos am besten?

Gegessen wird in Psinthos vor allem am Dorfplatz und an der Fasouli-Quelle. Die Tavernen sind für Gegrilltes bekannt, dazu gibt es Salate, Brot und lokalen Wein.

Typisch sind Souvlaki, Lammkoteletts, Bifteki und Wurst vom Holzkohlegrill, serviert unter Platanen oder Olivenbäumen. Die Taverne an der Quelle sitzt besonders schön, im Schatten und mit dem Plätschern des Wassers im Hintergrund. Eine Reservierung ist in der Regel nicht nötig, an Sommerwochenenden und an Feiertagen kann es mittags aber voll werden.

Ein Mitbringsel aus Psinthos ist Honig. Imker aus dem Dorf und der Umgebung produzieren Honig, der auf der Insel einen guten Ruf hat. Fragen Sie in den Tavernen oder im Kafenion nach, wer gerade verkauft.

Anthony-Quinn-Bucht

Von Psinthos aus lohnt sich ein Ausflug zur Anthony-Quinn-Bucht

Welche Ausflüge und Wanderungen bieten sich an?

Psinthos ist ein guter Ausgangspunkt für das Inselinnere: Das Tal der Schmetterlinge, die Klöster der Umgebung und das Nachbardorf Archipolis liegen nah. Zum Wandern eignen sich die Wege entlang der Quelltäler und die Feldwege zwischen Olivenhainen.

Das bekannteste Ziel ist das Tal der Schmetterlinge, das Sie über die Bergstraße vorbei am Kloster Kalopetra erreichen. Von etwa Juni bis September sammeln sich dort Tausende Spanische Flaggen. Viele Urlauber von der Ostküste fahren auf dem Hin- oder Rückweg durch Psinthos und legen hier eine Pause ein. Eine Rundtour über Kalithies, Psinthos, das Schmetterlingstal und zurück über die Westküste lässt sich gut an einem Tag schaffen.

Ein zweites Ziel ist das Bauerndorf Archipolis weiter südlich, von dem aus Sie zur Kirche Agios Nektarios und zu den Sieben Quellen gelangen. Die Straße dorthin führt an den Klöstern Agia Triada und Parmeni vorbei.

Für kurze Wanderungen ist die Umgebung ideal. Vom Ortseingang ist der Weg hinunter zur Fasouli-Quelle beschildert, von dort können Sie dem Tal mit seinen Platanen folgen. Längere Touren führen über Feldwege und alte Pfade durch Olivenhaine und Kiefernwald in Richtung der Klöster. Beste Jahreszeiten zum Wandern sind Frühling und Herbst. Im Sommer sollten Sie früh am Morgen aufbrechen, ausreichend Wasser mitnehmen und an die Waldbrandgefahr denken. Eine Wanderkarte oder eine GPS-App ist für längere Touren sinnvoll.

Auch die Strände sind nicht weit. Psinthos liegt so zentral, dass Sie Ost- und Westküste in etwa gleicher Zeit erreichen. An der Ostküste lohnt die felsgerahmte Anthony-Quinn-Bucht bei Ladiko, die schon als Filmkulisse diente. Die nächsten großen Sandstrände finden Sie rund um Faliraki.

Wie kommen Sie nach Psinthos und wo übernachten Sie?

Am einfachsten erreichen Sie Psinthos mit dem Mietwagen oder Taxi, von Rhodos-Stadt sind es rund 28 Kilometer. Linienbusse von KTEL fahren das Dorf zwar an, aber nur wenige Male am Tag, sodass sich das Auto für Ausflüge lohnt.

Von Rhodos-Stadt fahren Sie auf der Ostküstenstraße in Richtung Faliraki und biegen bei Kalithies ins Landesinnere ab. Die Straße steigt durch Olivenhaine und Kiefernwald an und ist gut befahrbar. Von der Ostküste weiter südlich, etwa aus Kolymbia oder Afandou, führt eine Straße über Archipolis nach Psinthos. Aus Richtung Westküste kommen Sie über Theologos und das Tal der Schmetterlinge.

Der Busbetreiber der Ostküste listet Psinthos mit eigenen Haltestellen. Die Verbindungen sind jedoch selten, aktuelle Abfahrtszeiten finden Sie beim Busunternehmen KTEL Rhodos. Für Tagesausflüge mit mehreren Stationen ist ein Mietwagen deutlich flexibler.

Große Hotels gibt es in Psinthos nicht. Wer im Dorf übernachten möchte, findet einige Privatzimmer und Ferienhäuser, die Auswahl ist aber klein. Die meisten Besucher wohnen an der Ostküste und kommen für einen halben Tag herauf. Passende Unterkünfte für Ihren Aufenthalt finden Sie bei unseren Hotels auf Rhodos.

Häufige Fragen zu Psinthos

Wie weit ist Psinthos von Rhodos-Stadt entfernt?

Psinthos liegt rund 28 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt im Inselinneren. Mit dem Auto fahren Sie am besten über Kalithies, die Straße ist kurvig, aber gut ausgebaut.

Was ist die Fasouli-Quelle?

Die Fasouli-Quelle ist die größte Quelle des Dorfes, etwas unterhalb des Dorfplatzes. Vor ihr liegt ein kleiner See, in dem der endemische Gizani lebt, daneben eine Taverne im Schatten der Platanen.

Lohnt sich Psinthos auf dem Weg ins Tal der Schmetterlinge?

Ja. Das Dorf liegt an der Strecke von der Ostküste ins Schmetterlingstal und ist ideal für eine Mittagspause. Der große Platz und die Tavernen an der Quelle sind nach dem Aufstieg zum Kloster Kalopetra ein angenehmer Abschluss.

Kommt man mit dem Bus nach Psinthos?

Ja, KTEL fährt Psinthos an, allerdings nur wenige Male am Tag. Prüfen Sie den aktuellen Fahrplan vorab, für Ausflüge mit mehreren Zielen ist ein Mietwagen praktischer.

Wann ist das Kirchweihfest in Psinthos?

Die Pfarrkirche am Dorfplatz ist der Gottesmutter geweiht, gefeiert wird am 8. September mit Essen, Musik und Tanz. Ein weiteres großes Fest findet nach Ostern am Kloster Agia Triada statt.