Mesanagros

Mesanagros ist ein kleines, abgelegenes Bergdorf im Süden von Rhodos mit kaum hundert Einwohnern. Besucher kommen wegen der Kirche Kimisis tis Theotokou, die auf den Resten einer frühchristlichen Basilika steht, wegen des nahen Klosters Skiadi und wegen der stillen Berglandschaft. Wer Ruhe und ursprüngliches Dorfleben sucht, ist hier richtig.

LageBergland im Süden von Rhodos, im Hinterland zwischen Lachania und Apolakkia
GemeindeGemeindebezirk Südrhodos (Notia Rodos)
Einwohner96 (Volkszählung 2021)
Entfernungca. 80 km bis Rhodos-Stadt
SehenswertKirche Kimisis tis Theotokou, Kloster Panagia Skiadeni (Skiadi), Dorfgassen
Ideal fürTagesausflug, Wanderer, Interessierte an byzantinischer Kunst
Anreiseam besten mit dem Mietwagen, kein regulärer Busanschluss im Dorf

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Wo liegt Mesanagros und was erwartet Sie dort?

Mesanagros liegt versteckt in den Bergen im Süden von Rhodos, rund 80 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt. Das Dorf gehört zum Gemeindebezirk Südrhodos und hatte bei der letzten Volkszählung 2021 nur 96 Einwohner. Sie finden hier keine Sehenswürdigkeiten im großen Stil, sondern ein stilles Bauerndorf, in dem die Zeit langsamer zu vergehen scheint.

Wie viele Dörfer im Inselinneren wurde Mesanagros bewusst abseits der Küste angelegt, damit es von See aus nicht sofort zu sehen war und besser vor Piratenüberfällen geschützt lag. Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück, das belegen die frühchristlichen Reste unter der Dorfkirche. Der Name wird meist auf ein großes, eingefriedetes Landgut aus byzantinischer Zeit zurückgeführt, ganz gesichert ist diese Deutung aber nicht.

Olivenhain

Olivenhain auf Rhodos

Wer heute durch die schmalen Gassen geht, sieht viele traditionelle Bauernhäuser, aber auch zahlreiche, die seit Langem leer stehen und langsam verfallen. Die Häuser böten Platz für weit mehr Menschen, als heute dauerhaft hier leben. Viele Jüngere sind in die Stadt oder in die Touristenorte an der Küste gezogen, um dort zu arbeiten. Geblieben sind vor allem ältere Bewohner, die Oliven anbauen, Ziegen halten und ihre Felder bestellen. Hin und wieder restaurieren Zugezogene ein altes Haus.

Ehrlich gesagt: Für einen ganzen Urlaub ist Mesanagros zu klein und zu ruhig, es sei denn, Sie suchen genau das. Als Ziel einer Rundfahrt durch den Süden ist das Dorf aber sehr reizvoll. Die Anfahrt durch Hügel mit Kiefern, Olivenhainen und weiten Blicken bis zum Meer gehört zu den schönsten Strecken der Insel, und im Dorf selbst erleben Sie einen Alltag, der mit dem Trubel im Norden wenig gemein hat.

Was ist an der Kirche Kimisis tis Theotokou besonders?

Die Kirche Kimisis tis Theotokou, geweiht der Entschlafung der Gottesmutter, steht am Dorfplatz an einer Stelle mit langer Vorgeschichte. Der heutige Bau stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde auf den Resten einer großen, dreischiffigen frühchristlichen Basilika errichtet, die meist ins 5. oder 6. Jahrhundert datiert wird.

Damit gehört der Platz zu den ältesten christlichen Kultstätten im Süden der Insel. Gerade diese lange Kontinuität macht den Reiz aus: Hier stehen Sie an einem Ort, an dem seit rund anderthalb Jahrtausenden Gottesdienste gefeiert werden.

Im Inneren lohnen der Boden aus Kieselsteinen und das alte Taufbecken einen genauen Blick. Kieselmosaike aus hellen und dunklen Steinen sind typisch für die Kirchen des Dodekanes und finden sich in vielen Dörfern von Rhodos. Die Tür der Kirche ist allerdings häufig verschlossen, da regelmäßige Gottesdienste im kleinen Dorf selten geworden sind. Fragen Sie im Kafenion am Platz freundlich nach, ob jemand aufschließen kann. Eine kleine Spende für die Kirche ist dann eine nette Geste.

Wie in allen orthodoxen Kirchen gilt: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, und während eines Gottesdienstes fotografieren Sie bitte nicht. Rund um das Fest Mariä Entschlafung am 15. August, einem der wichtigsten Feiertage in Griechenland, ist im Dorf mehr los als sonst.

Warum lohnt sich der Abstecher zum Kloster Skiadi?

Das Kloster Panagia Skiadeni, kurz Skiadi, ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte im Süden von Rhodos und liegt nur wenige Kilometer westlich von Mesanagros auf dem gleichnamigen Berg. Der Name bedeutet so viel wie schattiger Ort. Von oben blicken Sie weit über das Hügelland bis hinunter zur Westküste.

Der Überlieferung nach sahen drei Mönche, die in einer Höhle als Einsiedler lebten, nachts ein Licht über dem Berg und fanden im Gebüsch eine Marienikone. Sie trugen das Bild fort, doch es kehrte immer wieder an seinen Fundort zurück. Die Mönche deuteten das als Wunsch der Gottesmutter und bauten an dieser Stelle eine Kirche. Die Gründung wird mal um 1200, mal ins 14. Jahrhundert gelegt, die heutigen Gebäude stammen überwiegend aus dem 18. Jahrhundert.

Die einschiffige Kirche in Kreuzform hat einen zweistöckigen Glockenturm. In ihren Mauern stecken antike Marmorteile, die nach Ansicht von Archäologen von einem älteren Heiligtum der Artemis an dieser Stelle stammen. Verehrt wird eine silberbeschlagene Marienikone, um die sich mehrere Legenden ranken. Eine erzählt, ein Angreifer habe ein Messer in das Bild gestoßen und die Gottesmutter habe geblutet, die Wunde an ihrer rechten Wange sei bis heute zu sehen. Eine andere erklärt die kleine Felseninsel Petrokaravos vor der Küste als Piratenschiff, das zu Stein erstarrte, als die Seeräuber die Ikone stehlen wollten.

Das Kloster ist bis heute bewohnt. Das große Klosterfest wird am 8. September zu Mariä Geburt gefeiert, dann kommen Pilger aus der ganzen Insel, und einfache Zimmer in der Umgebung sind schnell belegt. In der Fastenzeit vor Ostern wird die Ikone traditionell in einer Prozession durch die Dörfer im Süden von Rhodos getragen. Bitte denken Sie bei Ihrem Besuch an angemessene Kleidung und verhalten Sie sich ruhig, da es sich um einen aktiven Wallfahrtsort handelt.

Welche Wanderungen gibt es rund um Mesanagros?

Mesanagros ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Bergland im Süden. Feldwege und alte Pfade verbinden das Dorf mit dem Kloster Skiadi und weiter mit Apolakkia an der Westseite der Insel.

Diese Route gehört zu den lohnendsten Touren im Süden: Sie führt durch Kiefernwald, Macchia und Olivenhaine und bietet immer wieder Ausblicke auf das Meer. Wer sie komplett gehen möchte, sollte einen ganzen Tag einplanen und sich die Rückfahrt vorher organisieren, etwa mit einem zweiten Auto oder einem vorab bestellten Taxi. In der Umgebung des Dorfes liegt außerdem die Landschaft um das Kloster Agios Thomas mit Wald und kleinen Wasserläufen, die nach regenreichen Wintern im Frühjahr besonders grün ist.

Markierungen sind im Süden von Rhodos nicht durchgehend vorhanden. Laden Sie sich die Route vorab auf Ihr Smartphone, nehmen Sie reichlich Wasser mit und brechen Sie früh am Morgen auf. Im Hochsommer ist es auf den offenen Abschnitten sehr heiß, ideal sind Frühjahr und Herbst. Weitere Touren auf der ganzen Insel stellen wir in unserem Beitrag über die schönsten Wanderwege auf Rhodos vor.

Wie verbinden Sie Mesanagros mit Lachania, Kattavia und Prasonisi?

Mesanagros lässt sich gut in eine Rundfahrt durch den Süden einbauen. Von der Ostküste kommend biegen Sie bei Lachania ins Inselinnere ab, besuchen Mesanagros und das Kloster Skiadi und fahren dann weiter Richtung Kattavia und zur Südspitze.

Das Bergdorf Lachania mit seinem schattigen Dorfplatz ist der erste Halt auf dem Weg ins Hinterland und lohnt eine Kaffeepause. Unterhalb davon liegen die ruhigen Strände von Lachania und Plimmiri. Kattavia ist das südlichste Dorf der Insel. Von dort führt eine Stichstraße hinunter nach Prasonisi, wo sich Ägäis und Mittelmeer an einer breiten Sandbank begegnen und Wind- und Kitesurfer ihr Revier haben. Auf der anderen Seite des Bergrückens lockt das Bauerndorf Apolakkia mit seinem Stausee und den Fresken der Kirche Agios Georgios Vardas.

Wer alle Ziele an einem Tag besuchen möchte, sollte früh starten und nicht zu viele Stopps einplanen. Entspannter ist es, im Süden zu übernachten und die Orte auf zwei Tage zu verteilen. Gerade am Abend, wenn die Tagesgäste fort sind, zeigen die Dörfer ihren eigentlichen Charakter.

Wie kommen Sie nach Mesanagros und wo können Sie essen und übernachten?

Mesanagros erreichen Sie am besten mit dem Mietwagen. Vom Flughafen Rhodos Diagoras und von Rhodos-Stadt fahren Sie die Ostküste entlang Richtung Süden und biegen bei Lachania ins Inselinnere ab. Alternativ erreichen Sie das Dorf von der Westseite über Apolakkia und das Kloster Skiadi.

Die Straßen sind asphaltiert, aber schmal und kurvig. Rechnen Sie mit Ziegen auf der Fahrbahn und planen Sie mehr Zeit ein, als die Entfernung vermuten lässt. Einen regulären Busanschluss gibt es im Dorf nach den Fahrplänen des Busbetreibers KTEL nicht, die nächsten Haltestellen liegen an der Küstenstraße. Für einen Besuch ohne eigenes Auto bleibt daher nur ein Taxi oder eine organisierte Rundfahrt durch den Süden.

Zum Essen gibt es im Dorf ein einfaches Kafenion am Platz, das kleine griechische Gerichte und Getränke anbietet. Die Auswahl ist überschaubar, dafür bekommen Sie hausgemachte Kost und oft ein Gespräch mit den Wirtsleuten. Größere Tavernen finden Sie in Lachania, Kattavia und an der Küste. Übernachten können Sie in Mesanagros nur in wenigen einfachen Zimmern. Wer mehr Komfort sucht, wohnt an der Südostküste und besucht das Dorf auf einem Tagesausflug. Eine Auswahl an Unterkünften auf der ganzen Insel finden Sie auf unserer Seite zu Hotels auf Rhodos.

Häufige Fragen zu Mesanagros

Lohnt sich ein Besuch in Mesanagros?

Ja, wenn Sie den ursprünglichen Süden von Rhodos kennenlernen möchten. Das Dorf ist klein und hat keine großen Attraktionen, aber die frühchristlich geprägte Kirche, das nahe Kloster Skiadi und die Landschaft machen es zu einem schönen Ziel für eine Rundfahrt.

Kann man die Kirche in Mesanagros besichtigen?

Die Kirche Kimisis tis Theotokou ist häufig verschlossen. Fragen Sie im Kafenion am Dorfplatz nach, ob jemand aufschließen kann. Bedecken Sie beim Besuch Schultern und Knie.

Wie weit ist das Kloster Skiadi von Mesanagros entfernt?

Das Kloster liegt einige Kilometer westlich des Dorfes auf dem Berg Skiadi, die Angaben schwanken zwischen etwa fünf und sieben Kilometern. Es ist mit dem Auto gut erreichbar und auch zu Fuß über Feldwege.

Fährt ein Bus nach Mesanagros?

Nach den Fahrplänen des Busbetreibers KTEL hat Mesanagros keine eigene Haltestelle. Am besten nehmen Sie einen Mietwagen oder buchen eine organisierte Rundfahrt durch den Süden.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Frühjahr und Herbst sind ideal, besonders für Wanderungen. Im Hochsommer ist es im Bergland sehr heiß. Am 8. September, dem Fest des Klosters Skiadi, ist in der Gegend besonders viel los.