Thermen von Kalithea

Die Thermen von Kalithea sind ein restaurierter italienischer Kurbau von 1929 an der Ostküste, rund neun Kilometer südlich von Rhodos-Stadt. Die Quelle ist versiegt, doch Kuppeln, Kieselmosaike und Palmengärten machen die Anlage zu einem der schönsten Fotomotive der Insel. Dazu kommt eine geschützte Felsbucht mit klarem Wasser zum Baden und Schnorcheln.

LageBucht von Kalithea, Ostküste, ca. 9 km südlich von Rhodos-Stadt, zwischen Rhodos-Stadt und Faliraki
Erbaut1928/29, Entwurf von Pietro Lombardi, Einweihung am 1. Juli 1929
Wiedereröffnung1. Juli 2007 nach rund zehn Jahren Restaurierung
Öffnungszeiten1. Mai bis 31. Oktober 8 bis 20 Uhr, 1. November bis 30. April 8 bis 16 Uhr (laut Betreiber, Stand 2026)
EintrittSommer 5 Euro, Winter 3 Euro (laut Betreiber, Stand 2026); Liegen kosten extra
AnreiseLinienbus von Rhodos-Stadt, Auto (kostenloser Parkplatz), Ausflugsboote
Ideal fürArchitektur- und Fotofreunde, Badegäste, Schnorchler, Hochzeiten und Veranstaltungen

Auf dieser Seite:

Was sind die Thermen von Kalithea?

Die Thermen von Kalithea, international meist Kallithea Springs genannt, sind ein ehemaliges Heilbad aus der italienischen Zeit, das heute als Kulturdenkmal, Badeplatz und Veranstaltungsort genutzt wird. Die Anlage liegt in einer kleinen Bucht an der Nordostküste, nur wenige Autominuten von Rhodos-Stadt entfernt.

Wer zum ersten Mal durch das Eingangstor tritt, ist meist überrascht: Statt nüchterner Kurarchitektur erwarten Sie Rundbögen, weiße Kuppeln, Palmen und Mosaike aus schwarzen und weißen Kieseln, die an orientalische Paläste erinnern. Die Gebäude ziehen sich terrassenartig vom Hang bis an die Felsen der Bucht hinunter. Thermalwasser fließt hier allerdings nicht mehr, die Quelle ist seit Jahrzehnten versiegt. Baden können Sie trotzdem, und zwar im Meer direkt unterhalb der Anlage.

Der gleichnamige Ort Kalithea mit seinen Hotels und Tavernen liegt landeinwärts und an der Küste in der Nachbarschaft. Aktuelle Hinweise zu Preisen, Liegen und Bootsausflügen hat die Redaktion zusätzlich in der News Kallithea Springs 2026 zusammengestellt.

Wie entstand der italienische Kurbau?

Der heutige Bau entstand 1928/29 unter italienischer Verwaltung: Der Architekt Pietro Lombardi entwarf die Anlage, eingeweiht wurde sie am 1. Juli 1929. Vorher war die Quelle über Jahrhunderte ein einfacher Treffpunkt der Einheimischen.

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Thermen von Kalithea

Schon in der Antike galt Wasser als Heilmittel, und griechische Ärzte beschäftigten sich ausführlich mit der Hydrotherapie. Nach der Überlieferung, die der heutige Betreiber auf seiner Website wiedergibt, sprudelte in Kalithea rötliches Wasser aus einer Felsformation am Rand der Bucht. Vor allem im August und September kamen Menschen von der ganzen Insel, wohnten in einfachen Unterkünften oder in natürlichen Felshöhlen und tranken und badeten im Quellwasser.

Mit der italienischen Besetzung des Dodekanes ab 1912 änderte sich das. Gouverneur Mario Lago nahm die Quelle in die Entwicklungspläne für Rhodos auf, das Heilbad sollte auch Gäste aus dem Ausland anziehen. Pietro Lombardi plante die Gebäude, sein Kollege Armando Bernabiti übernahm einen Teil der Dekoration. Zur Einweihung 1929 erschien nach Angaben des Betreibers sogar König Viktor Emanuel III. In den folgenden Jahren kümmerten sich italienische Ärzte um den Kurbetrieb, und Kalithea war ein mondäner Treffpunkt der Kolonialgesellschaft.

Der Zweite Weltkrieg setzte dem ein Ende. Die deutschen Besatzer nutzten den Komplex zeitweise als Gefängnis, das Gelände war mit Stacheldraht und Minen gesichert. Nach dem Anschluss des Dodekanes an Griechenland 1948 gab es zwar noch einen Versuch, den Kurbetrieb wiederzubeleben, doch 1967 schlossen die Thermen endgültig. Danach verfielen die Bauten über Jahrzehnte.

Ab 1999 ließ die damalige Gemeinde Kalithea die Anlage Schritt für Schritt restaurieren: zuerst das Eingangsportal, später die große Kuppel, die Rotunde und die Grotte, dazu Parkplatz und Freilichtbühne. Am 1. Juli 2007, genau 78 Jahre nach der ersten Einweihung, öffneten die Thermen wieder für Besucher.

Was gibt es in der Anlage heute zu sehen?

Zu sehen sind vor allem die Architektur und die Lage: die große Rotunde mit ihrer Kuppel, Arkadengänge, Treppen und Terrassen, Kieselmosaike und ein gepflegter Garten mit Palmen und Blick aufs Meer. Ein Rundgang dauert je nach Fotolaune 45 Minuten bis eineinhalb Stunden.

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Mit dem Auto zur Thermalanlage

Die Rotunde ist das Herzstück. Unter der Kuppel lag einst der Quellbereich, heute wird der Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Laut Betreiber zeigen Räume der Anlage wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer und traditioneller Künstler sowie eine Fotoschau zur Geschichte der Thermen. Achten Sie beim Rundgang auf die Böden: Die Mosaike aus Meereskieseln, auf Rhodos als Chochlakia bekannt, sind ein typisches Gestaltungselement der Insel und hier besonders kunstvoll verlegt.

Ein Café mit Terrasse über der Bucht lädt zur Pause ein, außerdem gibt es kleine Geschäfte mit Souvenirs aus der Region. Die Anlage ist zudem ein beliebter Ort für Hochzeiten, Empfänge, Konzerte, Theateraufführungen und Konferenzen. An solchen Tagen können einzelne Bereiche gesperrt sein oder früher schließen. Wenn Sie gezielt fotografieren möchten, lohnt ein kurzer Blick auf die Veranstaltungshinweise des Betreibers.

Die Stimmung wechselt mit dem Tageslicht. Am Morgen sind die Terrassen noch ruhig und die weißen Fassaden leuchten im flachen Licht. Gegen Mittag kommen die Ausflugsbusse und Boote, am späten Nachmittag wird es wieder leerer, und das warme Abendlicht taucht Kuppeln und Palmen in weiche Farben.

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Kann man bei den Thermen baden und schnorcheln?

Ja. Unterhalb der Gebäude liegt eine kleine, durch Felsen geschützte Bucht mit sehr klarem Wasser, die im Eintrittspreis enthalten ist. Liegen und Sonnenschirme werden gegen eine zusätzliche Gebühr vermietet, Duschen und Umkleiden sind vorhanden.

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Kalitheas Badebucht

Einen klassischen Sandstrand dürfen Sie nicht erwarten. Der Einstieg erfolgt über Felsplattformen, kleine Kiesabschnitte und Leitern. Gerade dadurch ist das Wasser so klar: Kein feiner Sand wird aufgewirbelt, und zwischen den Felsen leben Fische, Seeigel und Krebse. Eine Taucherbrille gehört deshalb ins Gepäck. Badeschuhe sind wegen der Steine und Seeigel ebenfalls sinnvoll.

In der Hochsaison sind die Liegen gegen Mittag oft belegt, und die Bucht wird lebhaft, wenn Ausflugsboote für eine Badepause anlegen. Wer Ruhe sucht, kommt früh am Morgen. Familien mit kleinen Kindern finden in Ufernähe flachere Stellen, sollten aber bedenken, dass die Felsen rutschig sein können.

Entlang der Küste von Kalithea gibt es weitere Felsbuchten, die vor allem bei Schnorchlern und Tauchern beliebt sind. Tauchbasen in der Umgebung bieten in der Saison Schnupperkurse und geführte Tauchgänge an, Anbieter und Termine wechseln jedoch von Jahr zu Jahr. Wenn Sie lieber am längeren Sandstrand liegen, fahren Sie ein paar Kilometer weiter nach Faliraki.

Welche Filme wurden in Kalithea gedreht?

Am bekanntesten ist der Kriegsfilm „Die Kanonen von Navarone“ von 1961 mit Gregory Peck, David Niven und Anthony Quinn, für den laut Betreiber auch in Kalithea gedreht wurde. Die Kulisse aus Felsen, Meer und Kolonialarchitektur hat aber noch weitere Produktionen angezogen.

Der Betreiber nennt in seiner Chronik außerdem den griechischen Film „Anna Roditi“ von 1948, die Komödie „Surprise Package“ von Stanley Donen mit Yul Brynner aus dem Jahr 1960, „To Doloma“ von Alekos Sakellarios mit Aliki Vougiouklaki von 1964 und den Abenteuerfilm „Flucht nach Athena“ von 1979 mit Roger Moore, Telly Savalas, David Niven und Claudia Cardinale. Schon in der italienischen Zeit tauchte Kalithea regelmäßig in Wochenschauen auf.

Anthony Quinn verband nach den Dreharbeiten eine besondere Beziehung mit Rhodos. Die nach ihm benannte Bucht liegt nur wenige Kilometer südlich, und bei der Wiedereröffnung der Thermen 2007 waren nach Angaben des Betreibers Angehörige seiner Familie zu Gast.

Wie kommen Sie hin und wann ist der beste Zeitpunkt?

Am einfachsten erreichen Sie die Thermen mit dem Linienbus oder dem Auto: Die Strecke von Rhodos-Stadt ist rund neun Kilometer lang, mit dem Wagen sind Sie in etwa einer Viertelstunde da, der Bus braucht ungefähr 20 bis 30 Minuten.

Die Busse der Gesellschaft KTEL Rodou fahren von Rhodos-Stadt entlang der Küste über Kalithea nach Faliraki. Fahrpläne und Haltestellen finden Sie auf der Website von KTEL Rodou. Mit dem Auto folgen Sie der Küstenstraße Richtung Faliraki, ein kostenloser Parkplatz liegt am Eingang. Viele Bootsausflüge von Rhodos-Stadt und Faliraki legen außerdem für eine Badepause in der Bucht an, ein Besuch der Gebäude ist dabei aber nicht immer eingeplant.

Für den Eintritt gelten laut der offiziellen Website der Kallithea Springs (Stand 2026) zwei Tarife: vom 1. Mai bis 31. Oktober täglich 8 bis 20 Uhr für 5 Euro, vom 1. November bis 30. April täglich 8 bis 16 Uhr für 3 Euro. Für Wartungsarbeiten wurde die Anlage zuletzt im Winter für einige Wochen geschlossen, prüfen Sie daher vor einem Besuch zwischen Dezember und Februar die aktuellen Hinweise. Liegen, Getränke und Speisen bezahlen Sie zusätzlich.

Die angenehmste Zeit sind Mai, Juni, September und Oktober. Dann ist das Meer warm genug zum Baden, die Mittagshitze erträglich und der Andrang kleiner als im Juli und August. Im Winter lohnt die Anlage vor allem als Spaziergang und Fotomotiv, gebadet wird dann nur von Abgehärteten. Planen Sie für Rundgang und Baden einen halben Tag ein und kombinieren Sie den Besuch zum Beispiel mit einem Bummel durch Rhodos-Stadt oder einem Abendessen an der Küste.

Die Thermen eignen sich gut als Ausflug von jedem Hotel im Norden der Insel. Passende Unterkünfte an der Ostküste und Pauschalangebote finden Sie unter Rhodos-Urlaub buchen.

Häufige Fragen zu den Thermen von Kalithea

Gibt es in Kalithea noch warmes Thermalwasser?

Nein. Die Quelle, der die Anlage ihren Namen verdankt, ist versiegt, und seit der Schließung 1967 findet kein Kurbetrieb mehr statt. Gebadet wird heute im Meer der Bucht unterhalb der Gebäude.

Was kostet der Eintritt in die Thermen von Kalithea?

Laut Betreiber kostet der Eintritt im Sommerhalbjahr (1. Mai bis 31. Oktober) 5 Euro und im Winterhalbjahr 3 Euro, Stand 2026. Der Zugang zur Badebucht ist inklusive, Liegen und Sonnenschirme werden extra berechnet.

Wie lange sollte man für einen Besuch einplanen?

Für den reinen Rundgang reicht etwa eine Stunde. Wenn Sie zusätzlich baden, schnorcheln und im Café einkehren möchten, sollten Sie einen halben Tag einplanen.

Ist die Badebucht für Kinder geeignet?

Mit etwas Vorsicht ja. Es gibt flachere Stellen in Ufernähe, der Einstieg erfolgt aber über Felsen und Leitern. Badeschuhe und eine Taucherbrille machen den Besuch für Kinder angenehmer.

Kann man in den Thermen von Kalithea heiraten?

Ja, die Anlage wird regelmäßig für Hochzeiten, Empfänge und andere Feiern vermietet. Termine und Bedingungen erfragen Sie direkt beim Betreiber über dessen offizielle Website.