Die griechische Stadt Rhodos auf der gleichnamigen Insel kann auf eine bis in die Antike reichende Geschichte zurückblicken. Sie wurde bereits 400 Jahre vor der christlichen Zeitrechnung zur Inselhauptstadt erklärt. Besonders prägend für die Architektur von Rhodos-Stadt ist bis heute das Mittelalter. Große Teile der Altstadt sind zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt worden und werden erhalten.

Im vergangenen Jahrhundert hatte Rhodos immer wieder damit zu kämpfen, seine eigene kulturelle Identität und nationale Zugehörigkeit zu bestimmen. Noch bis ins frühe 20. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Osmanischen Reich, anschließend wurde sie für 35 Jahre italienisch. Seit Ende der 1940er Jahre gehört Rhodos zum Inselstaat Griechenland.

Madraki – Der Hafen von Rhodos-Stadt

Fort Saint Nicolas

Das Fort Saint Nicolas wacht über den Hafen Madraki

Rhodos liegt direkt am Meer, der Madraki-Hafen gehört zu den touristischen Anziehungspunkten der Region. An der Hafeneinfahrt hat angeblich eines der sieben Weltwunder gestanden: Der Koloss von Rhodos. Tatsächlich gibt es aber keine schriftlichen Überlieferungen darüber, wo der Koloss wirklich stand. Die über 30 Meter hohe Statue aus Bronze war als Huldigung an den Sonnengott Helios fast 300 Jahre vor Christus errichtet worden. 66 Jahre später wurde die Statue durch ein Erdbeben zerstört und nie wieder aufgebaut. Dennoch zählt sie seit der Antike bis heute zu den sieben Weltwundern. Verantwortlich und federführend beim Entwurf und Bau des Kolosses war Chares von Lindos. Bis heute ist nicht vollständig rekonstruiert, wie der Koloss wirklich ausgesehen hat und wie es überhaupt möglich war, eine solch monumentale Statue zu erschaffen.

Die Altstadt von Rhodos-Stadt

Die Altstadt liegt ebenfalls am Hafen und wird bis heute durch die ursprüngliche vier Kilometer lange Stadtmauer geschützt. Sie wird in drei Teile unterschieden: das türkische und das jüdische Viertel sowie das Kollachium. Seit 1988 ist sie offiziell Weltkulturerbe und wird in ihrer ursprünglichen Architektur bewahrt und restauriert.

Sehenswürdigkeiten in Rhodos-Stadt

Großmeisterpalast

Großmeisterpalast

Kulturell hat Rhodos-Stadt eine Menge zu bieten: von archäologischen, geschichtlichen und kunsthistorischen Museen bis zu religiösen Stätten und moderner Kunst. Eines der beliebtesten Museen der Altstadt, das römische und griechische bildende Kunst ausstellt, ist im ehemaligen Großmeisterpalast der Johanniter beheimatet. Der Großmeisterpalast ist gleichzeitig der prägende Punkt der Altstadt, er liegt auf dem höchsten Punkt des Viertels. Er wurde auf den Grundmauern einer byzantinischen Akropolis erbaut und schließlich Mitte des 19. Jahrhunderts bei einer Explosion fast vollständig zerstört. Unter der italienischen Herrschaft im 20. Jahrhundert wurde der Palast dann schließlich wieder aufgebaut, da die italienischen Staatshäupter ursprünglich eine ihrer Residenzen hier errichten wollten. Das führte dazu, dass auf den originalgetreuen Wiederaufbau nicht immer Wert gelegt worden ist. Zum Großmeisterpalast gehörten im Mittelalter auch eine Reihe von Herbergen, die bis heute erhalten sind. Diese sogenannten Herbergen der Zungen dienten Johannitern aus anderen Regionen Europas als Unterkunft, wenn sie den Großpalast besuchten. Der Begriff Zunge bezeichnet im Grunde die sieben Verwaltungseinheiten des Johanniterordens: Provence, Frankreich, Auverge, England, Aragon, Italien und Deutschland. Heute können in der Ritterstraße die erhaltenen Herbergen besucht werden.

Das touristische Zentrum der Altstadt ist die Sokratesstraße, auf der Besucher von der Platia Ippokratu mit dem Eulenbrunnen und dem Platz der jüdischen Märtyrer mit seinem Seepferdchenbrunnen zur Süleyman-Pascha-Moschee und zur türkischen Bibliothek flanieren. In der Altstadt ist auch das türkische Viertel sehenswert, in dem türkische Bäder besucht und Moscheen bestaunt werden können. Die Süleyman-Pascha-Moschee wurde Mitte des 16. Jahrhunderts nach der türkischen Eroberung der Region erbaut und ist bis heute durch ihre rote Farbe weithin sichtbar. Architektonisch sind Einflüsse der Renaissance an dem Gebäude deutlich sichtbar, das ursprünglich als Zeichen des Sieges der Türken über die Region errichtet worden war.

Freizeitgestaltung in Rhodos-Stadt

Neben den historisch und architektonisch bedeutsamen Orten in Rhodos lädt auch das Aquarium zum Besuch ein. Tatsächlich gilt es als das älteste Aquarium Griechenlands, es wurde in den 1930er Jahren erbaut. Heute können Besucher sowohl Fische und andere Meerestiere des Mittelmeeres bewundern als auch das Meeresbiologische Museum im Haus besuchen.



Gut vernetzt – Städtepartner von Rhodos-Stadt

Rhodos-Stadt verfügt über eine Vielzahl von Partnerstädten auf der ganzen Welt.

Innerhalb der EU:

  • Spanien (Ávila)
  • Frankreich (Conches-en-Ouche)
  • Spanien (Palma de Mallorca)
  • Spanien (Roses)

Außerhalb der EU:

  • USA (Rhode Island)
  • Schweden (Visby)

Sonstiges:
Ferner bestehen mit den Städten Athen (Griechenland), Olymbos (Griechenland) und Muğla (Türkei – Ägäis-Küste) formale Abkommen.